„WOW! Endlich kann ich sehen, wer sich mein Facebook-Profil ansieht!“ Das dachten sich sehr viele Facebook-Nutzer seit dem Osterwochenende. Doch beim Anklicken einer vermeintlichen Empfehlung seiner Facebook-Freunde verbreitete sich rasch ein
Spamwurm durch’s Profil und infizierte auch die Kontakte per Veranstaltungseinladung, Pinnwandeintrag oder per Chat. Eine ähnliche Spamwelle die diesen Gedanken aufgriff, gab es schon einmal vor einiger Zeit, allerdings nicht so weitgreifend.

Doch warum werden immer wieder angebliche
Skandalvideos oder ebensolche Versprechen wie das Aufdecken der Profilbesucher angeklickt? Ist es Dummheit? Ist es Ahnungslosigkeit? Nein, es ist die Befriedigung eines menschlichen Urinstinkts – der Neugier. Auch die altbekannten Spam-E-Mails funktionieren nach dem Prinzip der Neugier. Ein neugierig machender bzw. anziehender Betreff und schon wird die Mail geöffnet und schon ist im schlechtesten Fall der Rechner mit einem Virus infiziert. Auch in der „richtigen“ Werbung wird dieser Instinkt ausgenutzt. Ja, nur dadurch funktioniert die meiste Werbung, denn nur wenn das Äußere neugierig macht, wird sich zum Inneren vorgekämpft, z.B. bei Mailings oder bei Bannerwerbung im Internet. Solange dieser Instinkt bei den Menschen bewahrt bleibt, werden auch Spamattacken immer wieder erfolgreich sein und solange wird auch Werbung funktionieren. Und die nächste „grandiose Spamidee“ liegt bestimmt schon in irgendeinem Hinterzimmer fertig konzipiert in der Schublade und wartet nur noch auf ihren Einsatz.
Was Facebook angeht, interessiert es mich schon lange nicht mehr welche Frage Lieschen über mich beantwortet hat oder was Mäxschen über mich denkt. Aber ich bin mir sicher, irgendwann werde auch ich der Versuchung wieder einmal nicht widerstehen können und in eine neue Falle tappen. Nervig ist es allerdings sehr und schränkt doch das Netzwerken langsam ein. Aus Angst vor Spamangriffen sperren nämlich immer mehr Personen ihre Pinnwände oder setzen ihre Privatsphäre auf die höchste Stufe. Das fördert nicht gerade die Kommunikation, die ein soziales Netzwerk doch bieten soll. Einige Nutzer löschen aufgrund der Spamgefahr und der zunehmenenden Unsicherheit ihrer Daten sogar ganz ihr Facebook-Profil.
Um abschließend noch mit zwei Facebook-Gerüchten aufzuräumen: Nein, es gibt keinen offiziellen Dislike-Button (entsprechende Apps sind ebenso Spam) und
niemand außer
Chuck Norris kann sehen wer auf Ihrem Profil war (
andere Stimmen meinen allerdings, dass dies nicht mal seine Mutter kann).
(Bildquelle: http://fc-foto.de/16337177)