
Seit einer reichlichen Woche ist es zu bewundern: das neue
myspace.com - äh Moment - jetzt natürlich my ____. Viele Nutzer trauten allerdings ihren Augen kaum was es da zu sehen gab. Neben dem komplett überarbeiteten Design erfolgte auch inhaltlich eine Neupositionierung - weg vom Social Network hin zur Social Entertainment-Plattform für junge Menschen bis 34, wie es MySpace verlauten ließ. Das ehemals größte soziale Netzwerk versucht sich so vom großen Blauen – Facebook – abzugrenzen.
Ist es das letzte Aufbäumen des spätestens seit dem Aufkauf von Medienmogul Rupert Murdoch angeschlagenen Unternehmens es noch zu retten und schwarze Zeilen zu schreiben? Wenn man Diskussionen im Internet verfolgt, könnte eher das Gegenteil erreicht worden sein. Irgendwie ist vieles weg davon, was MySpace einmal einzigartig machte. Im einstigen sozialen Netzwerk sollen Nutzer nun Inhalte (wie Videos, Nachrichten, Blogs) einstellen, diskutieren, mitgestalten und weiterverbreiten - irgendwie eine Mischung aus YouTube, Wikipedia und Newsseiten. Also sozusagen Mund-zu-Mund-Propaganda in einer abgegrenzten Online-Welt?
Ob MySpace sich und seinen Nutzern damit einen Gefallen getan hat, bleibt fraglich. Die ehemals vor allem für Musiker beliebte Plattform dürfte hier wieder ein paar mehr Nutzer in Richtung Facebook gehen sehen, denn auch dort ist inzwischen fast jeder Musiker mit eigener Fanpage vertreten und die Funktionen werden immer umfangreicher.
Scheinbar kapituliert MySpace nun mit einer völlig anderen Positionierung im Kampf gegen die große Macht von Facebook. Man will wohl nicht mehr Wettbewerber in einem sowieso verlorenen Kampf sein. Das zeigt auch die direkte Schnittstelle an Facebook mit der man zum Beispiel Statusmeldungen in beiden Netzwerken zu veröffentlichen kann. Welches Netzwerk gibt wohl als nächstes auf?
Oder war’s doch nur
(My) Spass?