„Schwarz ist das neue Grün“ titelt das Designmagazin
PAGE in seiner aktuellen Ausgabe zu einem Aufruf der Umweltschutzorganisation
Greenpeace, bei dem jedermann seinem Frust zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Luft machen konnte – und zwar, indem er seine ganz eigene, neue Interpretation des BP-Logos einreichte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehr als 1900 umweltinteressierte, kreative oder besorgte Einsender bekannten öffentlich Farbe und präsentierten ihre Entwürfe in einer
flickr-Fotogalerie.
Zu sehen sind teils schockierende, politisch oder künstlerisch motivierte, wachrüttelnde Beiträge: reichlich ölverschmiertes Getier, Endzeitbotschaften, die zerfallende, beschmutzte BP-Blume (Die Verwendung einer grünen Pflanze in der vielleicht umweltgefährdendsten Branche der Welt erscheint aus heutiger Sicht wie purer Hohn.). Auch mit Totenschädeln wurde nicht gespart. Interessant ist weiterhin die Vielzahl der neuen Wortschöpungen aus dem Firmennamen BP (bisher Beyond Petroleum): broken planet, blind polluters, black plague oder bad players gehören zu meinen Favoriten.
Trotz aller Unterschiede vereint sie die Aussage der Wut, Ohnmacht und Angst ob der unabsehbaren Folgen, welche sich wohl diesmal nicht auf eine Region, ja nicht einmal auf einen Kontinent eingrenzen lassen werden.
Beispielhaft hat Greenpeace die Macht des weltumspannenden, allzeit und überall präsenten Mediums Internet für eine eindrucksvolle Kampagne genutzt. Man darf gespannt sein, ob und wie derartige Aktionen zukünftig auf das Schicksal von Firmen oder gar ganzer Branchen (ich denke, das ist keineswegs übertrieben) Einfluss nehmen werden.
Bilder: flickr